Freitag, 3. Juni 2011

Seeleben von Werner Koch

Ich las die Trilogie in den 80er Jahren schon einmal, nicht ahnend, dass mir die in den ersten beiden Bänden beschriebene Utopie zehn Jahre später gelungen sein sollte. Jetzt habe ich sie aus verschiedenen Gründen wieder hervorgeholt.
  

Im ersten Band „Seeleben I“ beschließt der Erzähler, ein Ingenieur, der ein Sommerhäuschen am See besitzt, ab sofort seine Arbeit dort zu verrichten und nicht mehr in der Kölner Zentrale seiner Firma zurück zu kehren. Er lässt sich seinen Schreibtisch an den See bringen und beginnt zu arbeiten.
Bald hat er Kontakt zu den eigenwilligen Bewohnern des Sees zum Beispiel einer sprechenden Katze, oder einem Mann, der rückwärts lebt.
Doch die Idylle trügt, denn der Arbeitgeber in Köln ist nicht begeistert über den „Aussteiger“: Die Sekretärin hat keine Planstelle, die Dienstreisen, sofern er welche beantragen wolle, ließen sich nicht verbuchen. Die Essenmarken blieben unverwertet.Werner Koch wirft einen kritischen Blick auf die Arbeitswelt und stellt eingefahrene Strukturen auf den Kopf.
Im zweiten Teil der Trilogie „Seeleben II“ muss der Erzähler eine Entscheidung treffen, denn seine Kölner Firma geht pleite und er bekommt seine Kündigung. Er beschließt freiberuflich weiter seine Utopie von einem erfüllten Leben am See zu finanzieren.
Im letzten Teil „Jenseits des Sees“ ist er schon gestorben und beschreibt das Totenreich, in dem er sich nun wiederfindet. Er kann in die Träume der Hinterbliebenen einsteigen, „seine“ Katze retten und im Zweifel den „Meister“ fragen, der alles weiß.

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